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Pfad zur Seite:Startseite - Aktuelles - Aktuelle Infos - Infoarchiv 2008 - 08.05.2008 Eigenverantwortliche Schule in Bremen

08.05.2008 Eigenverantwortliche Schule in Bremen

Schule als Betrieb - Bildung als Ware
Streitgespräch
Prof. Matthias v. Saldern und Prof. Hans-Günter Rolff
Montag, 19. Mai 2008, 19 Uhr
Haus der Wissenschaft (Sandstraße 4/5)

Gemeinsame Veranstaltung
der GEW und der Senatorin für Bildung

 Info_Mai_08_3.pdf
 Info als pdf

 EVS_und_Bertelsmann.pdf
 Eigenverantwortliche Schule -
eine Idee der Bertelsmann-Stiftung

Zugespitzt:

Statt pädagogischer Eigenverantwortung mehr behördliche Steuerung, mehr Konkurrenz, Rankings und Leistungsvergleiche.
Statt Mitbestimmung „Konsens bildende Zusammenarbeit“.

Seit Februar 2008 läuft in Bremen das Pilotprojekt Eigenverantwortliche
Schule, an dem vier Schulen teilnehmen. Ziel des Projektes ist es, „die Qualität und die Abschlussergebnisse des Unterrichts nachhaltig zu verbessern“.
Das Projekt endet im Juli 2011. „Dies bedeutet nicht, dass alle Maßnahmen der Umsteuerung und Qualitätsentwicklung für weitere Schulen bis zum Projektende und zur Vorlage gesicherter Ergebnisse ausgesetzt werden.
Vielmehr wird von Projektbeginn an konsequent eine Transferstrategie verfolgt, die sicherstellt, dass zeitgleich zur Umsetzung – spätestens ab dem Jahr 2010 – innovative Elemente in der Fläche eingeführt werden.“ (Anlage 1 zur Deputationsvorlage G 03/17, S.10).
Nach demselben Muster begann 2002 das ReBiz-Projekt mit fünf beruflichen Schulen. Noch in diesem Jahr soll der „Transferprozess“ für alle anderen beruflichen Schulen abgeschlossen sein. Die betriebswirtschaftliche Ausrichtung der Schulen (z.B. Kapitalisierung unbesetzter Stellen), ihr Servicecharakter gegenüber den Ausbildungsbetrieben und die erweiterte Machtbefugnis der SchulleiterInnen haben die Arbeitsbedingungen der KollegInnen, aber auch die Lernbedingungen für die SchülerInnen erheblich beeinflusst. Größere Lerngruppen, geringe Krankenreserve, erhebliche außerunterrichtliche Aufgaben, ein stärkerer Leistungsdruck und vermehrte
Konflikte zwischen Schulleitung und Kollegium sind die Folge.
Die GEW befürwortet eigenverantwortliches pädagogisches Handeln der Schulen seit langem. Auf der Grundlage des undemokratischen Schulverwaltungsgesetzes, das den Gesamtkonferenzen wesentliche Entscheidungsbefugnisse genommen hat, ist eine demokratische eigenverantwortliche Shule allerdings nicht möglich. Unsere Sorge besteht darin, dass die viel beklagte Haushaltslage dazu führen wird, die Schulen mit zu geringem Budget, überhöhten Erwartungen, überlasteten KollegInnen – und aufgrund der fehlenden Entscheidungsbefugnisse der Gesamtkonferenzen – sich selbst und damit dem Alleinentscheidungsrecht der SchulleiterInnen zu überlassen.
Zur Diskussion der unterschiedlichen Positionen von GEW und Bildungsbehörde laden wir herzlich ein.


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