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16.02.2007 ES GEHT AUCH ANDERS - DIE REISE NACH BERLIN

von Maresi Lassek
Unter dem Motto ES GEHT AUCH ANDERS wurde 2006 erstmalig von der Robert-Bosch- und der Heidehofstiftung in Zusammenarbeit mit dem ZDF und dem Stern der Deutsche Schulpreis ausgeschrieben. 481 zum Teil bekannte und renommierte Schulen – Grundschulen, Gesamtschulen, Haupt- und Realschulen, Gymnasien und Förderschulen - in öffentlicher und privater Trägerschaft bewarben sich um den Preis. Voraussetzung war eine formale Bewerbung, das Gutachten einer Patin und die Gesamtdarstellung der Schule. Dr. Ingrid Kemnade schrieb den Patenbrief für den Pfälzer Weg. Anhand der sechs von einem Expertenteam zusammengestellten Kriterien musste sich jede Bewerberschule auf den Prüfstand stellen lassen. In allen Bereichen etwas vorweisen zu können, darin bestand die Herausforderung:

  • LEISTUNG
  • SCHULKLIMA
  • VERANTWORTUNG
  • UNTERRICHTSQUALITÄT
  • UMGANG MIT VIELFALT
  • SCHULE ALS LERNENDE INSTITUTION

Für die Endausscheidung wurden letztlich 18 Schulen nominiert. Jeweils vier Juroren nahmen in einem zweitägigen Besuch jede der nominierten Schulen in Augenschein. Danach erfolgte die Wahl, das Ergebnis sollte erst am 11. Dezember 2006, dem Tag der Preisverleihung in Berlin bekannt gegeben werden.
Jede nominierte Schule durfte mit zehn Personen an dem Festakt teilnehmen. Vom Pfälzer Weg fuhr das gesamte Kollegium in Begleitung von zwei Schülerinnen und deren Eltern nach Berlin. Jene KollegInnen, die nicht an der Preisverleihung teilnehmen konnten, hospitierten in der Erika-Mann-Schule, einer Schule mit ähnlicher Sozialstruktur wie der Pfälzer Weg und einem besonderen Konzept der Förderung.
Die zwei Schülerinnen mit Eltern und sechs Lehrerinnen erlebten zur gleichen Zeit die Spannung der Preisverleihung im ZDF-Hauptstadtstudio. Außer Bundespräsident Köhler gaben Rita Süßmuth, Richard von Weizsäcker, Hartmut von Hentig und andere der Preisverleihung einen bedeutsamen Rahmen. Besonderen Eindruck hinterließ Frau Eva Madelung, die Tochter von Robert Bosch. Sie war am Vortag der Preisverleihung 75 Jahre alt geworden.
Die Schule am Pfälzer Weg schaffte es nicht, unter die fünf Preisträgerschulen zu kommen, es blieb bei der Nominierung. Im ersten Moment war Enttäuschung zu spüren, doch schnell überwog die Freude darüber, welch eindeutige Richtung der Deutsche Schulpreis 2006 aufzeigt. Langes gemeinsames Lernen ist für die Schülerinnen und Schüler erfolgreich und sollte die Zukunft prägen. Ausgezeichnet wurden mit je 10.000 € vier Gesamtschulen. Den ersten Preis gewann eine Grundschule, die Schule Kleine Kielstraße aus Dortmund. Eine Auszeichnung, die allen Grundschulen Auftrieb geben sollte, eine Anerkennung der beispielhaften und innovativen Arbeit dieser Schule mit dem Blick auf die gesamte Primarstufe, ein Beweis dafür, dass Heterogenität und Leistung sich nicht ausschließen. Der Pfälzer Weg und eine Reihe anderer Schulen in Bremen können sich daran messen.
Neben der Anerkennung durch die Nominierung spürt der Pfälzer Weg im Zusammenhang mit dem Schulpreis mehr Akzeptanz einer Arbeit, die schon viele Jahre unter schwierigen Bedingungen ANDERS GEHT. Über die Offenheit gegenüber interessierten KollegInnen aus Schulen, Aus- und Fortbildung und Behörden gab es zwar viele Gelegenheiten, immer wieder Informationen über konzeptionell mögliche Veränderungen weiter zu geben, zu spüren war jedoch in vielen Fällen die Skepsis gegenüber diesem anderen Weg. Nach vierzehn Jahren haben nun diese Prinzipien des Lernens und der Schulorganisation über den Deutschen Schulpreis Anerkennung gefunden, eine Ermutigung für alle, die sich auf dem anderen Weg befinden.


Nachgedanken
Die Auseinandersetzung mit der Bewerbung war am Pfälzer Weg im Jahr 2006 Anlass, über Entwicklungen nachzudenken, Leistungen selbstbewusster wahrzunehmen, aber auch Entwicklungsbedarfe zu registrieren. Diese Phase war anstrengend und hat die Beteiligten an der Schule gefordert. Herausgekommen sind u. a. Überlegungen zur Teamarbeit und zur Förderung des demokratischen Handelns bei den Schülerinnen und Schülern. Sich in der Arbeit näher kommen, ein gemeinsames Ziel verfolgen, bewegt das Schulleben.

Am 1. März 2007 erfolgt die diesjährige Ausschreibung zum Deutschen Schulpreis. Im ersten Durchlauf waren 12 Schulen aus Bremen beteiligt. Bremens Schulen sollten auch für die kommende Bewerbungsrunde Mut zeigen. Es gibt in unserem Bundesland hervorragende Schulen.


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