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16.03.2007 Dance 4Life – solidarisch im Kampf gegen AIDS

Ein ungewöhnliches Tanzprojekt an der Gesamtschule Bremen Ost
von Annette Rüggeberg

Es kann sehr ermüdend sein, das Thema Aids und HIV mit Schülern zu erarbeiten. Nicht so, wenn Tänzer, Musiker und bildende Künstler mit ihren Mitteln Schüler an das Thema heranführen. Das haben Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der GSO in einer vierzehntägigen Projektarbeit erfahren.



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Dance4Life ist ein weltumspannendes Projekt, welches das Ziel hat, Jugendliche über Aids und HIV zu informieren, Spenden zu sammeln und der Ausgrenzung der Aidskranken durch Solidarität zu begegnen. In Deutschland war die Gesamtschule Ost ein zentraler Ort der Kampagne, die vom Gesundheitsamt Bremen unterstützt wird. Aids ist kein leichtes Thema für den Unterricht. Für jüngere Schüler ist es noch sehr abstrakt, auf ältere kann es bedrohlich und Angst machend wirken. Die Fakten über Aids in Afrika sind absolut schockierend. Umso wichtiger ist es den Initiatoren der Kampagne, sich nicht auf die Vermittlung von Informationen zu beschränken. Durch künstlerisches Tun erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, ihren Gefühlen Gestalt zu geben, sie zu verarbeiten. Gleichzeitig können sie damit ihrer Verbundenheit mit den Betroffenen der Krankheit Ausdruck verleihen.
Im Mittelpunkt der Aktivitäten an der GSO stand die Einstudierung eines Tanztheaterstückes zum Thema Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Diskriminierung mit dem Choreographen Royston Maldoom. Über 100 Schülerinnen und Schüler des 8. und 9. Jahrgangs haben zwei Wochen lang Elemente des modernen Tanztheaters eingeübt, sich freiwillig der strengen Disziplin Maldooms unterworfen und sich nicht von aufgeschürften Knien und verstauchten Knöcheln zum Aufgeben verleiten lassen. Beeindruckend war die zunehmende Ernsthaftigkeit, das Bemühen, die ungewohnte Musik zu verstehen und in Bewegungen umzusetzen. Gleichzeitig wuchsen Stolz und Freude über das Gelingen des Tanzes. Lohn der Mühen und Höhepunkt waren zwei öffentliche Aufführungen, in denen die Schüler zu der live gespielten Musik der Deutschen Kammerphilharmonie tanzten.
Aber auch alle anderen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte durften tanzen. Jeden Morgen versammelten sich Schüler und Lehrer in der Turnhalle und haben zum Auftakt des Tages gemeinsam den Dance4Life-Tanz getanzt. Das hat den meisten sehr viel Spaß gemacht und war für alle eine völlig neue Erfahrung. Wer beginnt schon einen Schultag mit gemeinsamem Tanzen?
Die Schülerinnen und Schüler der 5., 6., 7. und 10. Klassen haben sich künstlerisch gestaltend mit dem Thema Aids auseinander gesetzt. Dazu haben sie unter Anleitung von Künstlern des Vereins Quartier e.V. Materialcollagen auf Holzplatten geschaffen. Diese Platten wurden zu einer großen, begehbaren Holzskulptur zusammengebaut, die jetzt vor dem Eingang der GSO steht.
Die zwei Wochen Dance4Life haben die Schule verändert. Sie haben gezeigt, dass Schule mehr sein kann als vom Gong unterbrochene Phasen des Stillsitzens und Zuhörens. Die ganze Schule war in Bewegung: Es wurde getanzt, musiziert, gefärbt, gestaltet, gemalt, gebaut, genäht, getrommelt, gelernt und das alles gemeinsam und mit Freude. Es war für alle ein tolles Erlebnis.

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