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16.07.2007 Bremerhaven benötigt einen Schulentwicklungsplan

von Bernd Winkelmann
Landesvorstandssprecher
Die schulstrukturelle Situation im Bundesland wurde jüngst gekennzeichnet mit „großer Vielfalt auf engstem Raum“. Diese landesweit gültige Aussage trifft natürlich auch auf Bremerhaven zu – nur räumlich nochmals verdichtet.

Seitenabschnitte:

 Schulentwicklungsplan_Bremerhaven.pdf
 Vollständiger Artikel
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  • Mit zeitlicher Verzögerung gibt es seit einigen Jahren wie in Bremen ein durchgängiges Gymnasium – neben Schulzentren (H/R/Gy), Integrierten Gesamtschulen, Sekundarschulen und Förderzentren in der Sekundarstufe I;
  • eingerichtet wurde ebenso eine sechsjährige Grundschule im Kontrast zu den anderen 16 vierjährigen Grundschulen:
  • für Kinder mit dem Förderstatus „L“ erfolgt nach Klasse 4 eine Umschulung in ein Förderzentrum, angegliedert allerdings nicht an die sechsjährige Grundschule oder die Sekundarstufe I, sondern an Standorte der vierjährigen Grundschule;
  • daneben gibt es – für die Primarstufe und die Sekundarstufe I- uneinheitliche Ganztagsschulentwicklungen von offen bis gebunden in Kombination mit verlässlichen Grundschulen und Schulen der Sek. I mit regulärem Nachmittagsunterricht.

Dagegen ist die Situation in der Sek. II eigentlich klar: Bremerhaven unterhält drei gymnasiale Oberstufen und drei Berufsschulzentren. Bei ersteren existiert allerdings das o.g. durchgängige Gymnasium und in den nächsten Jahren werden Paralleljahrgänge wegen der Gymnasialzeitverkürzung zu beschulen sein. In der Sek. II b ergänzen sich das duale System und die Vielfalt vollschulischer (Aus-) Bildungsgänge.

Das alles hat Auswirkungen, beispielsweise auf den Stadtteil Lehe.

So stellten die Verantwortlichen anscheinend völlig überrascht fest, dass der erste Jahrgang nunmehr die sechsjährige Grundschule geschafft habe und jetzt ein siebtes Schulbesuchsjahr anstrebe. Eine Entscheidung, die sich zwei Jahre lang anbahnte, musste nun kurzfristig getroffen werden:

  • die naheliegende Überleitung der sechs Jahre gemeinsam beschulten Kinder in eine Gesamtschule birgt zwei Probleme: Die im Stadtteil beheimatete Gesamtschule ist komplett belegt und verfolgt ein Lernmodell, dass sich systematisch ab Klasse 5 aufbaut;
  • die daraufhin favorisierte Lösung, die ehemaligen Grundschulkinder als Dependance der Gesamtschule in einem gerade von der Dependance eines Förderzentrums bezogenen Gebäude unterzubringen, ist mindestens für die FörderschülerInnen belastend. Nach ihrem zu Ostern vollzogenem Umzug aus Leherheide nach Lehe drohen sie erneut zur „bildungspolitischen Verschiebemasse“ zu werden.

Den Stadtteil Lehe trifft insgesamt die schulpolitische „Steuerung“ der Großen Koalition in den letzten Jahren richtig hart. Mit der Einrichtung des einzigen durchgängigen Gymnasiums wurde die Schulstruktur in der Sekundarstufe in Lehe zerschlagen. Nun sind die Auswirkungen durch geänderte Schüleranwahlzahlen und nicht mehr vertuschbare pädagogische Probleme sichtbar. Zudem platzt ein Standort mit gymnasialem Oberstufenzentrum und beruflicher Bildung unter einem Dach aus allen Nähten.

Wieder sprießen Ideen: Durchgängiges Lernen von Klasse 1 – 10 an einem Standort, flächendeckende Einführung der 6jährigen Grundschule, Kombinate wie vor 1975 mit Sekundarschulzentrum plus Oberstufe usw..

Politische Weitsicht ist nun gefordert. Anstatt – wie bislang - kurzfristige Entscheidungen aneinander zu reihen, muss ein Schulentwicklungsplan aufgestellt werden, der Langfristigkeit, Überschaubarkeit und Verlässlichkeit sichert und dem Prinzip eines längeren gemeinsamen Lernens folgt.

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