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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ November 2006 16.11.2006 Bremer Gewerkschaftstag 2006:Mehrhei... | ||||||
| 16.11.2006 Bremer Gewerkschaftstag 2006:Mehrheiten für eine sozial gerechte Bildungspolitik | ||||||
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| Am 7./8. November tagte der diesjährige Bremer Gewerkschaftstag. Als Gastreferenten sprachen Nele Hirsch (Bundestagsabgeordnete der Linkspartei) über bildungspolitische Grundsatzfragen und Klaus Jakubowski (Arbeitnehmerkammer Bremen) über Armut in Bremen. In fünf Arbeitsgruppen wurde die bildungspolitische Situation im Lande Bremen analysiert. Ziel war die Entwicklung von Forderungen und Aktionsvorschlägen im Hinblick auf die Bürgerschaftswahl im nächsten Mai. Als dritte gleichberechtigte Landesvorstandssprecherin wurde Petra Jendrich gewählt. |
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| Resolution des Gewerkschaftstages | ||||||||||
| Nirgendwo ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungs(miss-)erfolg so eng wie in der Bundesrepublik. Kein anderes Bundesland weist eine Bevölkerungszusammensetzung auf, die von dieser Situation so stark getroffen ist wie die des Bundeslandes Bremen. Unter diesen strukturellen Bedingungen können vorliegende Ergebnisse von Leistungsuntersuchungen nicht wirklich überraschen. Die Große Koalition hat im vergangenen Jahrzehnt mit ihrer Politik die soziale Ausdifferenzierung der Gesellschaft weiter verstärkt. Sie hat unter dem Eindruck negativer „PISA-Schlagzeilen“ vereinzelte, z.T. kurzfristige Maßnahmen eingeleitet, deren Wirksamkeit nur begrenzt sein kann. Im Grundsatz jedoch wird das selektive Bremer Bildungssystem nicht angetastet. Steigende Gebühren und vor allem der Abbau von Ganztagsplätzen in Kindertagesstätten verhindern einen frühen Bildungszugang für zu viele Kinder. Die nach Klasse 4 einsetzende Aufgliederung in einzelne Bildungsgänge und insbesondere die verstärkung Bildung von durchgängigen Gymnasien unterläuft eine Steigerung der Bildungsbeteiligung und „Exzellenzinitiativen“ prägen die universitäre Ausrichtung. Drastische Kürzungen im Weiterbildungsbereich überlassen das notwendige „lebenslange Lernen“ individuellem Engagement. Als Konsequenz für die Bewertung der politischen Leistung der Landesregierung folgt daraus: Die Große Koalition muss am 13. Mai 2007 abgewählt werden. Die GEW hält dagegen an ihrem Hauptziel der Realisierung von Chancengleichheit für alle Menschen fest. Sie erwartet mehr als Standardformulierungen in Sonntagsreden von Politiker/innen zum Stellenwert der Bildung für die Menschen und die Zukunft dieses Bundeslandes. Sie streitet weiterhin für ein Bildungssystem „aus einem Guss“, das jedem Menschen Chancen eröffnet und allen hilft, sich optimal zu entwickeln. Frühkindliche und schulische Bildung, Erwachsenen- und Weiterbildung sowie die Ausbildung im Hochschulebereich sind gleichwertig, gleich wichtig und unerlässlich. Insbesondere der oben benannte Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg muss aufgehoben werden. Soll Bildungspolitik dabei einen spürbaren Beitrag zu mehr Gerechtigkeit leisten, muss sie komplett integrativ ausgerichtet sein! Dieses ist durch eine langfristig angelegte Zielperspektive kontinuierlich zu verfolgen und muss sich zwingend auch in der Ressourcenzuweisung niederschlagen. Dazu bedarf es neuer Mehrheiten. Mit einer Kampagne für die kommenden Monate wird die GEW ihren Teil zu diesem notwendigen Politikwechsel beitragen. ![]() | ||||||||||
| Referate, Arbeitsgruppen und Leitantrag | ||||||||||
| Am Nachmittag des 7.11. wurden zwei Referate gehalten und diskutiert. Nele Hirsch, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, setzte sich mit den bildungspolitischen Tendenzen in Deutschland auseinander. Klaus Jakubowski stellte seine Arbeitsergebnisse zum Thema „Armut in Bremen“ vor. Sein Beitrag siehe hier. Nele Hirsch kommt aus der GEW und war vor ihrem Bundestagsmandat in der überregionalen Vertretung der Studierenden tätig. Ihr Referat hatte drei Schwerpunkte: -Ursachen der sozialen Ausgrenzung im Bildungswesen der Bundesrepublik -Die aktuelle Politik der Bundesregierung und der Landesregierungen -Perspektiven und Strategien für eine bessere Bildungspolitik. Als Ursachen für die Misere benannte sie u.a. die Unterfinanzierung des deutschen Bildungswesens im internationalen Vergleich, das in Deutschland vorherrschende Ausleseprinzip, die Zersplitterung der Kompetenzen, die zunehmende Privatisierung und den Einfluss neoliberaler europäischer Politik, die von der Bundesregierung wesentlich mit beeinflusst wird. Sie entwickelte insbesondere Alternativen zur Bildungsfinanzierung und betonte die wichtige Rolle der Gewerkschaften bei deren Durchsetzung. | ||||||||||
Am Vormittag des 8.11. tagten Arbeitsgruppen zu folgenden Themen:
Die Ergebnisse werden z.Zt. zusammengefasst. Sie sollen zusammen mit dem Leitantrag, der verabschiedet wurde, die Grundlage für die geplante Kampagne zur Bürgerschaftswahl sein. Den Leitantrag werden wir in der nächsten BLZ dokumentieren. Die AG zur Vorbereitung der Kampagne wird sich am Dienstag d. 5. Dezember um 15.00 Uhr in der GEW-Geschäftsstelle treffen. Hierzu sind alle Interessierten eingeladen. Ein außerordentlicher Gewerkschaftstag nach den Weihnachtsferien wird dann Festlegungen über die Forderungen und Maßnahmen zur Bürgerschaftswahl treffen. | ||||||||||