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Aktuelles Pressemitteilungen Archiv der Pressemitteilungen 2012 03.05.2012 Bremer Bündniss für Bildung - Erg... | ||||||
| 03.05.2012 Bremer Bündniss für Bildung - Ergebnisse der Umfrage gegen Missstände an Bremer Schulen | ||||||
| Ergebnisse der Umfrage zu Missständen an Bremer Schulen offenbaren dringenden Handlungsbedarf . | ![]() | |||||||||||||||||
| In einer vom Bremer Bündnis für Bildung veranlassten Umfrage haben Eltern, SchülerInnen und Lehrkräfte seit Ende November 2011 in E-Mails konkrete Missstände an ihren Schulen in Bremen benannt. Rückmeldungen, besonders von Eltern, gab es aus 68 Schulen. Das entspricht 46 % aller öffentlichen Schulen in Bremen: 31 Grundschulen (42 % aller Grundschulen), 8 Gymnasien (100 %), 20 Oberschulen (60 %) und 9 Sekundar-II-Schulzentren (56%) nahmen an der Umfrage teil. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen einen eklatanten Handlungsbedarf.“, erläutert Andrea Spude vom ZentralElternBeirat Bremen. Mit Abstand am häufigsten benannt werden Unterrichtsausfall und die mangelhafte Ausstattung der Schulen mit Vertretungsstunden und der Sanierungsstau an Schulen. Meldungen zum Unterrichtsausfall kamen aus 42 Schulen (62 % der teilnehmenden Schulen), besonders aus Gymnasien, Sek-II-Schulzentren und Oberschulen. Knapp die Hälfte aller Grundschulen führt dieses Problem ebenfalls an. Für das Bremer Bündnis für Bildung ist deutlich, dass der offiziell gerechnete Vertretungsbedarf von 5 % für die Grundschulen und 3 % für die Sekundarstufe I als Vertretungsregelung nicht ausreicht. Gymnasiale Oberstufen und Berufsschulen, denen keine Vertretungsstunden zugewiesen werden, sind ebenso stark betroffen. „Der reale Krankenstand ist wesentlich höher.“, erläutert Harry Eisenach von der GEW. Im bremischen öffentlichen Dienst beträgt die durchschnittliche Fehlzeitenquote 8,42 %, berichtet er weiter. In den Schulen ist dabei der Anteil der Langzeiterkrankten recht hoch. Eine Erhöhung der Vertretungsreserve auf 8% ist notwendig, um die Unterrichtsversorgung auch im Krankheitsfalle zu gewährleisten, fordert das Bremer Bündnis für Bildung. Dies gilt nicht nur für Lehrerstunden, sondern auch für Stunden der pädagogische Mitarbeiter an Schulen. Fast 2/3 der Schulen zeigen einen Sanierungsbedarf im oder am Schulgebäude an und bemängeln die Ausstattung als unzureichend. Knapp die Hälfte dieser Schulen beklagt dabei den Zustand der sanitären Anlagen als unzumutbar und unhygienisch. 20 % beschweren sich über marode Turnhallen. „Dies ist das Ergebnis eines seit Jahren anhaltenden Sanierungsstaus.“, so das Bremer Bündnis für Bildung. Im Bremischen Haushalt werden aber nur Mittel für die Gebäudesanierung an solchen Schulen eingeplant, wo akute Mängel beseitigt werden müssen und damit quasi der „Gefahrenabwehr“ dienen. Teilnehmer aus 45 Schulen (2/3) sagen aus, dass sie einen deutlichen Mehrbedarf an Personal und/oder Stunden für ihre Schule sehen. Gewünscht werden mehr Lehrkräfte insbesondere für Doppelbesetzungen im Unterricht und für Vertretungsstunden, Assistenzkräfte, Sonderpädagogen und Sozialpädagogen mit entsprechender Stundenausstattung. Mehr Stunden werden beispielsweise für Förderung, Sport-, Kunst- und Musikunterricht, aber auch für Kooperations- bzw. Planungszeiten der Jahrgangsteams gefordert. Eltern aus fast einem Viertel der Schulen beschweren sich über veraltete Schulbücher. „Die Bücher sind zudem häufig nicht als kompletter Klassensatz, geschweige denn für den gesamten Jahrgang vorhanden“, weiß Marc Castendiek von der GesamtschülerInnenvertretung Bremen (GSV). „Eltern fühlen sich gezwungen oder werden sogar dazu angehalten, Bücher oder Arbeitshefte selbst anzuschaffen, obwohl wir in Bremen Lehr- und Lernmittelfreiheit haben.“, berichtet Andrea Spude über die Aussagen der Eltern. Klare Schlussfolgerung für das Bremer Bündnis für Bildung: Die Mittel für Lehr- und Lernmittel müssen erhöht werden. Das Bremer Bündnis für Bildung resümiert aus den Ergebnissen der Abfrage abschließend, dass seine Forderung nach „Mehr Geld für gute Schule“ nicht aus der Luft gegriffen ist, wie die Bildungssenatorin die Öffentlichkeit gerne Glauben machen will. „Der Bremer Bildungshaushalt ist unterfinanziert und Schulen betreiben Mangelverwaltung. Wir fordern die verantwortlichen Politiker daher auf, bei ihren Haushaltsberatungen ihr besonderes Augenmerk auf die Bildung unserer Kinder zu legen. Bildungsausgaben sind Investitionsausgaben in die Zukunft. Sie müssen erhöht werden“, sind sich die Bündnismitglieder einig. „Entsprechend der Vereinbarung der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin beim Dresdner Bildungsgipfel im 2008, die Ausgaben für Bildung und Wissenschaft bis zum Jahr 2015 auf 10 % des Bruttoinlandsprodukts (Bildung 7 %) zu erhöhen, müsste der Bildungsetat nach unseren Berechnungen auf das 2 ½-fache erhöht werden“, führte dazu Harry Eisenach aus. Bei der Lehrerversorgung hängt Bremen mittlerweile hinter dem Bundesschnitt hinterher. „Für eine Angleichung an die beiden anderen Stadtstaaten Berlin und Hamburg fordern wir 400 zusätzliche Lehrerstellen.“ | Infos
http://www.bremer-buendnis-fuer-bildung.de/aktuelles.html (Homepage des Bremer Bündnisses für Bildung) | |||||||||||||||||
| Hintergründe zur Email-Aktion | ||||||||||||||||||
| Umfrage zu konkreten Missständen und Problemen an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen Das „Bremer Bündnis für Bildung“ und die GEW bitten um Mithilfe. Zurzeit führt das Bündnis, an dem die GEW beteiligt ist, eine E-Mail-Umfrage zu Missständen in den Schulen und Bildungseinrichtungen durch. Bisher gibt es viele Antworten von Eltern. Sie haben aus ihren Schulen vorwiegend auf großen Unterrichtsausfall, mangelnde Förderung und bauliche Mängel hingewiesen. Allerdings fehlen noch E-Mails aus der Sicht der Beschäftigten. Alle Meldungen werden anonymisiert. Keinesfalls wird bei einer Veröffentlichung der Namen des E-Mail-Verfassers oder der Schule genannt. Damit wollen wir sicherstellen, dass im Rahmen des Wettbewerbs um SchülerInnen keine Schule aufgrund ihrer Probleme schlecht dargestellt wird. Die Ergebnisse sollen für die Presse so zusammengefasst werden, dass deutlich wird, wo aus der Sicht der Beteiligten die aktuell größten Probleme bestehen. Deshalb bitten wir dich: Schicke zu konkreten Problemen an deiner Schule oder Bildungseinrichtung (bis zum 13.03.2012) eine E-Mail an: Bremerbildungsbuendnis [at] gmx.de z.B. zu
| http://www.bremer-buendnis-fuer-bildung.de/aktuelles.html (Homepage des Bremer Bündnisses für Bildung) | |||||||||||||||||