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16.12.2008 Außensicht erwünscht?

Aus der Stellungnahme des Seydel-Instituts Überlingen
von Wilfried Meyer
2006 und 2007 besuchte das Institut, das mit der externen Evaluation beauftragt ist, jeweils ca. 25 Schulen in Bremen und Bremerhaven. Aus dem Bericht vom Februar 2008 lassen sich sehr viel für sinnvolle Anforderungen an die Fortbildung herleiten :
Unterricht individualisieren, Teamarbeit fördern, Lernwerkstätten für Lehrerinnen und Lehrer einrichten

Seitenabschnitte:
Das Problem
Mögliche erste Schritte
Reaktion auf die Vorschläge

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... Wir zitieren aus der Empfehlungen 2006:

  • „Das beunruhigendste Ergebnis unserer Evaluation 2006 war, dass sich – bezogen auf die Gesamtheit der von uns in den vergangenen Jahren beobachteten Unterrichtssituationen – die Unterrichtsqualität nur sehr langsam zu verbessern scheint“.

Leider müssen wir unsere - um einige Bausteine zu ergänzende - Empfehlung aus den vergangenen Jahren erneut wiederholen:

  • Die Aufgaben, Schüler und Schülerinnen in ihren Förderbedürfnissen zu unterstützen und Schülerinnen in ihren Leistungsstärken zu fordern, der produktive und wertschätzende Umgang mit Heterogenität, die vom einzelnen Kind aus zu entwickelnden Unterrichtskonzepte – diese Aufgaben stehen ... unverändert auf der Agenda. Vereinzelte wegweisende (!) Lösungsansätze, die wir auch beim dritten Durchgang wieder in verschiedenen Bremer Schulen bzw. einzelnen Klassen durchaus gefunden hatten, werden in der Regel weder in der eigenen Schule (!) noch bremenweit wahrgenommen“. ...

Wir wiederholen die Empfehlungen für eine deutliche Schwerpunktsetzung der Angebote des LIS zu diesem Thema und verbinden dies mit dem Appell an die Schulen, diese Angebote ihrerseits aufzugreifen und mitzugestalten.

Viele Kollegien brauchen dringend interne und externe Fortbildungen u.a. zu den Schwerpunkten:

  • Teambildung unter den Kollegen sowie Hilfestellungen für kollegiale Unterrichtsreflexion (Hospitationszirkel u.ä.)
  • Individuelles und kooperatives Lernen der Schüler
  • Innere Differenzierung und individuelle Förderplanung
  • Offene Unterrichtsformen (z.B. Projekte, Werkstätten, Stationen, Methodentraining)
  • Gelingensbedingungen für einen guten Frontalunterricht
  • Abstimmung mit dem Klassenunterricht bei besonderer Einzel- und Gruppenförderung für die Schüler, die zeitweilig von ihrer Klasse getrennt werden.
  • Regeln und Rituale für Lehrer und Schüler beim Umgang mit „schwierigen“ Schülern
  • Förderung der Sprachkompetenz im Fachunterricht (nicht nur in Deutsch!)
  • Kunst + Musik + Sport + Theater + Natur und Stadt als Motor für die Entwicklung der Kernkompetenzen gerade von belasteten und von leistungsstarken Kindern.“

Reaktion auf die Vorschläge

Welche Reaktion ist denn nun erfolgt auf die Vorschläge der von der Bildungsbehörde bezahlten Evaluationsgruppe?
Nehmen wir Beispiele heraus: „Offene Unterrichtsformen, Werkstätten, Lernwerkstätten einrichten“. Die Grundschulwerkstatt der Uni Bremen erhielt im letzten Jahr noch einen Preis für Innovative Lehre (WK und BLZ berichteten), jetzt blieb von einer vollen Stelle nur eine halbe übrig, einer der beiden ausgezeichneten KollegInnen konnte gehen. Bestehende Lernwerkstätten sind mangelhaft mit Personal ausgestattet. Oder nehmen wir den letzten Punkt, Sport. Der runde Tisch Sport, der auch mit Frau Jürgens-Pieper getagt hat, fordert eine dritte Sportstunde. Die Antwort: Lässt sich im Moment nicht realisieren.
Was ist mit den Hospitationszirkeln, steht dafür Zeit zur Verfügung ?
Förderung der Sprachkompetenz im Fachunterricht ? Die Liste ist lang.
Die meisten Kollegien wissen doch bis heute gar nicht, welche Vorschläge hier gemacht wurden! Und daraus resultierende Maßnahmen sind weder bekannt noch unten angekommen. Im Zuge der Einsparungen beim LIS - wer glaubt daran ernsthaft, ohne sich lächerlich zu machen? Wahrscheinlich soll die „selbständige“ Schule die Aufgaben allein bewältigen! Und so wird es auf den Schultern der Kollegien hängen bleiben. Die meisten Kollegien brauchen auch eine spürbare Entlastung, um etwaige Angebote annehmen zu können.

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