| Nachdem durch Nichtbesetzung von Stellen der Studiengang Behindertenpädagogik bereits in seiner Qualität wesentlich reduziert wurde, droht jetzt das endgültige Aus... | 
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| Offener Brief zur beabsichtigten Schließung des Studiengangs Behindertenpädagogik an der Universität Bremen
Die Hochschulentwicklungsommission hat die Abschaffung des Studiengangs Behindertenpädagogik empfohlen. Damit soll ein Studiengang geschlossen werden, der als Verfechter der „Allgemeinen Pädagogik“ eine Pädagogik höchster Qualitätsansprüche lehrt, für behinderte wie auch für nichtbehinderte Menschen. Der Bremer Beh-Päd-Studiengang hat überregional eine hohe Bedeutung. Von ihm gingen und gehen wesentliche Impulse für eine integrative, später inklusive Pädagogik aus. Die ersten richtungsweisenden Integrationsprojekte der BRD entstanden unter der wissenschaftlichen Begleitung des Bremer Behindertenpädagogikstudienganges, heute begleitet und initiiert der Studiengang weiterhin zahlreiche Projekte an Bremer Schulen.
Insgesamt beeinflusst der Studiengang Behindertenpädagogik die Weiterentwicklung der Sonderpädagogik in den Schulen maßgeblich.
Wissenschaftliche Begleitung, Studierende als Praktikanten, Beratung durch Hochschullehrerinnen etc. gehört zum Alltag bremischer Schulen und hilft Praxis zu relativieren und neue Impulse zu setzen. Fortbildung von LehrerInnen findet auch in Kooperation mit dem Studiengang Beh-Päd statt. Derzeit untersucht eine Sonderkommission der UN-Menschenrechtskommission auch das Bremer Bildungssystem. Hintergrund ist das Ergebnis der PISA-Studie, in der besonders dieses Bundesland eine hohe Quote schulischer Probleme bestätigt bekommt. Gerade im Studiengang Beh-Päd ist aber der professionelle Sachverstand beheimatet, der sich wissenschaftlich mit den hier bedeutenden Fragestellungen der Ursachen und Bedingungen erfolgreichen Lernens auseinandersetzt – eine Auseinandersetzung, die mehr und intensiver geführt werden muss, in der Universität aber auch in der täglichen Arbeit in der Schule. BehindertenpädagogInnen werden an Bremer Schulen gebraucht. In den nächsten Jahren wird ein großer Teil der jetzt tätigen SonderpädagogInnen aus dem Dienst ausscheiden. Zukünftiger Einstellungsbedarf kann nicht allein durch die „Reste“ anderer Ausbildungsstätten gedeckt werden. Die Zukunft der Sonderpädagogik in Bremen ist eng verknüpft mit der Kooperation mit dem Studiengang Beh-Päd. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Äußerung des Senators Lemke vom Oktober 2004 gilt, wonach „die Weiterführung der kompetenten Arbeit des Studiengangs Behindertenpädagogik in jeder Hinsicht abgesichert ist“ und fordern die schnellstmögliche Wiederbesetzung der vakanten Professuren.
Michael Mork GEW-Bremen Landesgeschäftsführer
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