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16.09.2008 Aus für Macintosh-Rechner an Bremer Schulen?

von Michael Klagge
Fachbereichleitung ITG und Musik der Gesamtschule Bremen Mitte
Unverständliche Entscheidungen der Bildungsbehörde haben dafür gesorgt, dass erfolgreich arbeitende ITG Bereiche an vielen Bremer Schulen, die seit Jahren mit der Macintoshplattform arbeiten, vor dem Aus stehen. Ausgehend vom Referat für Technikunterstützte Informationsverarbeitung unter Leitung von Herrn Dr. Hinze wird seit anderthalb Jahren die Ersatzbeschaffung von in die Jahre gekommenen Macintosh Rechnern verweigert. Betroffen sind davon zwanzig Bremer Schulen mit Mac-Laboren.

Seitenabschnitte:

 Aus_fuer_Macintosh.pdf
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Dabei ist anzumerken, dass Herr Dr. Hinze, zuständig für die IT Infrastruktur an Bremer Schulen im Referat 1, auf eine Entscheidung der Schulaufsicht verweist, die ihm die Beschaffung verwehrt, die Schulaufsicht sich allerdings für nicht zuständig erklärt und auf den „zuständigen“ Herrn Dr. Hinze verweist.
SuBITI heißt die von der Behörde angebotene neue Lösung. Die sollte einst zu einer systemübergreifenden Lösung mit zentralem Support durch die Behörde und das S3 werden- übriggeblieben ist SuBITI dann als Lösung für Microsoft Rechner, die unter SuBITI zentral von der Behörde verwaltet und von den Studenten des S3 supportet werden.
Wenn Schulen sich für die Microsoft Umgebung entscheiden und zentral verwaltet werden wollen – bitte schön. Wenn aber Schulen, die seit 20 Jahren ausschließlich mit der Mac-Plattform arbeiten (Musiklabor, IT Labor, mobiles Computerlabor mit aktuellen Macbooks) und ein funktionierendes, bisher kostenlos intern gewartetes System mit OSX Server betreiben, im Zuge von verweigerter Ersatzbeschaffung gezwungen werden sollen, auf die zentral verwaltete Microsoft Plattform umzusteigen, muss dringend nach dem Grund für diesen von der Behörde (?) gewollten Systemwechsel gefragt werden..
Allen Nachfragen und begründeten Anträgen zum Trotz, trotz eines Schreibens von zwanzig Macschulen im Frühjahr 2007, das über die Schulleitungen an die zuständigen Stellen ging, gibt es allerdings bis heute (anderthalb Jahre später) keine begründete Antwort auf diese Frage.
Es geht auch längst nicht mehr um eine Koexistenz bestehender Systeme. Der von den teilnehmenden Schulen zu unterschreibende Kontrakt des SuBITI II Programms enthält unter anderem folgende Verpflichtungserklärung:

Die Schule....„darf Altgeräte nur nach Absprache mit dem Schulträger im Netzwerk weiterbetreiben... Darüber hinaus erklärt die Schule, dass diese Systeme weder von Lehrern, Werkstudenten, Tutoren oder Studenten supportet werden.“
Hier findet ein Eingriff in die Autonomie von Schulen statt, der nicht hinnehmbar ist und andere Aussagen aus dem Referat 1 ad Absurdum führt, z.B.:
„Viele Entscheidungen, die bisher in der Verwaltung getroffen wurden, können besser und effizienter an den Schulen, also an den Orten der Leistungserstellung getroffen werden, weil die Experten für Lehren und Lernen vor Ort, also in den Schulen selbst sind.“ (Vorlage G 43 Für die Sitzung der Deputation für Bildung am 29.04.2004)

Dem kann man nur zustimmen. Aber vielleicht ist ja doch die Zugriffsmöglichkeit der Behörde auf sämtliche von Schülern und Lehrern auf den SuBITI Servern abgelegten Daten ein Grund und Nebeneffekt für das starre Beharren der Behörde an dieser zentralen Lösung.
Aber zurück zu den Argumenten:
Da wären zu einen die eingeführten Programme (wie z.B.: iMovie, iDVD, Final Cut, Pages, Garageband und Logic Express), die es in vergleichbarer Qualität und Bedienbarkeit für die Microsoft Plattform nicht gibt;
da sind die erworbenen Kompetenzen auf Seiten der Schüler und Kollegen im Umgang mit diesen Programmen und deren Verankerung in den schuleigenen Fachcurricula;
da sind Schwerpunkte im multimedialen Bereich und Musikprofile mit eigenem Tonstudio, in dem intensiv mit den Apple Programmen gearbeitet wird;
da sind die SchülerInnen, die weiterführende Schulen im kreativen Bereich besuchen (Wilhelm Wagenfeld Schule und die Musikleistungskurse );
da ist der vor Ort verwaltete OSX-Server, der seit Jahren längst alles kann, was SuBITI verspricht. Mit dem OSX-Server lässt sich flexibler und schneller auf Wünsche von Schülern und Kollegen reagieren, und er ist dazu noch billiger. (Der für das SuBITI Projekt entwickelte Server kostet ja, wie dem wissenschaftlichen Begleitbericht zu entnehmen ist, nicht nur ca. das Doppelte wie der OSX-Server, es fallen auch noch jährliche Lizenzgebühren von 1000,00 Euro pro Schule an.)
Im Sinne von Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung von Schule muss also die bisher vorhandene Autonomie der Schulen bei der Wahl der Rechner-Betriebssysteme wieder hergestellt werden. Die Bildungsbehörde ist aufgefordert, die Beschaffung von Macintosh-Computern zu befürworten und SuBITI ggf. entsprechend anzupassen. (Forderung aus dem Brief der IT-Administratoren vom 14.06.2007)

Kurios, wenn nicht tragisch ist, dass dieser Bremer Systemwechsel ausgerechnet in eine Zeit fällt, in der Apple die Systemfrage durch den Umstieg auf die Intel-Prozessoren längst beendet hat und in der z.B. in Niedersachsen ein „Apple Trainingszentrum“ (von Apple gesponserte Labore für die Fortbildung) nach dem anderen aufmacht. Zur gleichen Zeit laufen sämtliche Macfortbildungen am LIS aus (es gibt ja in Bremer Schulen demnächst nur noch PCs) und Bremen verabschiedet sich von einer der zuverlässigsten Computer-Plattformen der letzten Jahre und wendet sich einem System zu, das nicht erst seit dem grandiosen Vista-Flop als eine Pannenplattform gilt und bei dem man gespannt sein darf, was es seinen Nutzern in den nächsten Jahren noch beschert.