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16.09.2006 Auf dem Weg

von Gregor Bitter
Landesinstitut für Schule – Suchtprävention
Auf dem Weg zur rauchfreien Schule

Die Förderung des Nichtrauchens dh der Rauchfreiheit ist ein Schwerpunkt schulischer Suchtprävention. Viele Lehrerinnen und Lehrer haben sich des Themas Rauchen engagiert angenommen und Unterrichtseinheiten und Projekte dazu durchgeführt. Sie haben dadurch zur Verbreitung des Wissens über die Gefährlichkeit des Rauchens beigetragen. Und sie haben dadurch sicherlich bei vielen Schülerinnen und Schüler den Einstieg in eine Raucherkarriere verhindert bzw. zum Ausstieg beigetragen.
Die bisherige Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass für die Schülerinnen und Schüler ein Glaubwürdigkeitsproblem entstanden ist, wie mir ein Jugendlicher kürzlich sagte: „Ja ich glaube Ihnen, dass Rauchen gefährlich ist. Aber wenn man überall Zigaretten kaufen und rauchen kann und das auch so viele Erwachsene – Eltern – Lehrer – Ärzte tun, dann kann Rauchen ja wohl nicht so gefährlich sein wie Sie mir erzählen wollen.“ Aber Rauchen ist tatsächlich gefährlich, sosehr, dass „durch Rauchen mehr Menschen sterben als durch Morde, Selbstmorde, Verkehrsunfälle, Alkohol und illegale Drogen zusammen“, wie der Bundesgerichtshof festgestellt hat, über 110.000 Menschen jährlich allein in Deutschland.

Rauchen und Passivrauchen zählt zu den bedeutendsten Schadstoffbelastungen in Innenräumen. Im Tabakrauch sind ca. 4.800 Stoffe identifiziert, mindestens 200 davon sind giftig, 40 als krebserregend einzustufen und 30 weitere stehen hierzu im Verdacht. Deswegen ist Tabakrauch auch in die MAK-Liste der krebserzeugenden Schadstoffe aufgenommen und in die oberste von 5 Stufen eingestuft worden. Das führte zu der entsprechenden Arbeitsstättenverordnung, nach der der Arbeitgeber für eine rauchfreie Arbeitsstätte zu sorgen hat, unabhängig von der Zustimmung der Nichtraucher.

Das neue bremische Rauchfreiheitsgesetz ist ein erster Schritt und macht den Kindern und Jugendlichen deutlich, dass die verantwortlichen Erwachsenen der Gefährlichkeit des Rauchens Rechnung tragen – Rauchen ist nicht der Normalzustand und wird zunehmend zurückgedrängt. Es unterstützt die präventiven Bemühungen. Denn das Gesetz allein verhindert Rauchen nicht, erst das zeitgleiche pädagogische Engagement, entsprechende gesellschaftliche und politische Regelungen und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erschwerung der Erreichbarkeit bewirken eine deutliche Reduzierung der Raucherzahlen.


Beschilderung an Schulen




Autor:
Gregor Bitter
Landesinstitut für Schule – Suchtprävention
Langemarckstr. 113, 28199 Bremen
Tel.: 0421 / 361 81 97
eMail: gregor.bitter [at] lis.bremen.de

Die Suchtprävention Bremen unterstützt Schulen und Lehrkräfte dabei, die „rauchfreie Schule“ zu realisieren, mit Material für den Unterricht und für Kampagnen und Projekte (z.B Be Smart – Don’t Start), mit Informationsveranstaltungen in Kooperation mit dem Lungenzentrum des Klinikums Bremen-Ost und Fortbildungen z.B. „Anti-Rauch-Reflexions- und Motivationskurs“, aber auch Rauchentwöhnungskurse für Schüler und Schülerinnen sowie für rauchende Lehrerinnen und Lehrer, die ihr süchtiges Verhalten verändern möchten.
Rauchende Lehrkräfte, die sich sehr schwer tun, den ganzen Vormittag / Tag in der Schule nicht zu rauchen, beraten wir, was sie tun können und wie sie die rauchfreie Zeit überstehen können; denn manche sind möglicherweise noch nicht an dem Punkt, ihre Sucht loslassen zu können.

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