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08.11.2005 Also nach den Schulschließungen nun die Kita-Schließungen...

Bereits seit Anfang November liegt ein von der Steuerungsgruppe Tagesbetreuung im Amt für soziale Dienste erstelltes Zahlenmaterial über die stadtbremischen Kitas vor, das – abgesehen von einigen Pressenotizen – erschreckend wenig diskutiert und kommentiert eben lediglich zur Kenntnis genommen wurde..


Aufgrund eines „Entwicklungsauftrages für Kindetageseinrichtungen“ wurden seit Januar 2001 demographisch verwertbare Kinderzahlen, Angebotsüberhänge stadtteilbezogen gesammelt, eifrig errechnet, genauestens geprüft, „die es erlauben, zu erwartende Angebotsüberhänge in den Stadt- und Ortsteilen abzubauen und in diesem Zusammenhang auch den Umfang der abzubauenden Raumkapazitäten zu planen, umzusetzen und die finanziellen Auswirkungen im Hinblick auf erwartete Einsparungen zu quantifizieren.“(aus der Depu-Vorlage vom 14.7.2005)

Das ist interessant!
Dass bei dieser fleißigen Zahlensammlung die angenommene Steigerung der 0-3 Jährigen ab 2006 geflissentlich außer Acht gelassen wurde, die Auswirkungen von Hartz IV (im Rahmen der Betreuungsnotwendigkeiten insbesondere für junge Mütter!) nicht „quantifizierbar“ waren, legt den Verdacht nahe, dass wir es bei dem vorliegenden Konzept mit einer weiteren Variante erneuter Kürzungen im neuen Gewande zu tun haben.
Die vorgesehene „demokratische“ Einbeziehung aller Beteiligten in den Stadtteilen durch die Einrichtung sogenannter Runder Tische Soziales (RTS) , die dann letztlich darüber befinden sollen, in welchem Rahmen und bei welchem Träger Gruppen und Häuser geschlossen werden, entlarvt sich als reines Ablenkungsmanöver:
Am Ende steht die Zahl +799 bei den Plätzen für die 3-6 Jährigen und die Zahl +451 bei den 6-12 Jährigen und es steht den RTS frei, „Platzabbau und Umsteuerung zwischen Angebotsformen“ zu prüfen. Ganz demokratisch...
Im Klartext heißt das: Die Behörde lässt sich über die Stadtteilgremien legitimieren, um eben diese vorgegebene Zahl, das Platzangebot in (städtischen!) Kitas in Bremen abzubauen.
Vor dem Hintergrund, dass Bremen bereits seit längerem am Tabellenende der Ausgaben für den Bereich der frühkindlichen Bildung steht, sind weitere Kürzungen nicht nur unsozial sondern bildungspolitisch fatal! Senatorin Röpke und der gesamte Senat müssen endlich begreifen, dass es Zusammenhänge zwischen frühkindlicher Bildung und „PISA-Ergebnissen“ gibt.
Zum einen böte die demografische Entwicklung, wenn sie denn stimmte, die wunderbare Möglichkeit, endlich das Platzangebot für unter 3-jährige auszubauen, was übrigens mit dem vom Bund beschlossenen Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) längst hätte in Angriff genommen werden müssen; zum anderen kann, indem die Gruppengröße verringert und somit die individuelle Förderung von Kindern insbesondere in sozialen Brennpunkten endlich stärker in den Fokus gerückt werden kann, gut begründet eine wirkliche Qualitätsoffensive gestartet werden.
Ein rein auf statistischen Erhebungen beruhendes Kita-Schließungskonzept lehnt die GEW kategorisch ab. Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite mit freien Trägern höhere Platzzahlen vereinbart werden und der öffentliche Träger (Kita Bremen) Einrichtungen schließt.

Die KollegInnen in den Kitas stehen vor großen Anforderungen, eine Schließungsdebatte schürt weiter Ängste und demotiviert.
Gute (frühkindliche) Bildung kostet Geld, alle Beteiligten wollen eine produktive Implementierung des Rahmenbildungsplans – was wir nicht brauchen können ist ein Rahmenschließungsplan...


Christian Gloede-Noweck (Landesvorstandssprecher)

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