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16.02.2007 AG „Du bist Bertelsmann“ Bremen/Hamburg


Die AG du bist Bertelsmann Bremen/Hamburg ist Mitveranstalterin des diesjährigen BUKO Kongresses – der Bundeskoordination Internationalismus - www.buko.info – auf dem die Ökonomisierung und Privatisierung durch Bertelsmann ein Schwerpunktthema sein wird. Unter anderem bietet der Hamburger Kollege Horst Bethge einen Workshop zu Bertelsmann und Schule an.
Kontakt:
www.anti-bertelsmann.de oder www. bertelsmannkritik.de

Seitenabschnitte:
Privatisierung und Rationalisierung
Humankapitalbildung
Was tun?

 bertelsmannisierung_bremen-1[1].pdf
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Privatisierung und Rationalisierung

Die allgegenwärtige Umwandlung in eine neoliberale Gesellschaft begrenzt sich nicht auf die Schule. Nach und nach werden öffentliche Einrichtungen und öffentliche Dienste privatisiert. Im Zentrum steht die Kapitalisierung und Auflösung bislang staatlich garantierter Rechte, Räume und Institutionen. Manche nennen es auch die Ausweitung der Märkte nach innen. Es wird aber nicht nur privatisiert, sondern auch nach simplen unternehmerischen Kriterien durchrationalisiert.
Arbeitsabläufe werden rationalisiert und demokratische Entscheidungsstrukturen abgeschafft zugunsten einer und starken Leitung mit weitreichenden Entscheidungsbefugnissen.
Dahinter steht der Wille, den Beschäftigten, also auch den Lehrerinnen und Lehrern, durch Mittelkürzungen Mehrarbeit aufzuzwingen.
Gleichzeitig wird versucht, sie zu mehr Leistung zu motivieren, sich selbst zu aktivieren und eigene Ideen zur Optimierung der Arbeitsabläufe einzubringen. Alles, was dem Ziel dient, die Schule billiger zu machen ist willkommen. Gute Ideen im Sinne einer verbesserten Schulbildung, die nicht der Kostensenkung dienen, werden verworfen. Den Kolleginnen und Kollegen wird eine Scheinautonomie in didaktischen Fragen und in der Mitgestaltung von Lehrplänen eingeräumt. Sie sollen an der neoliberalen Umwandlung der Schule mitwirken. Das hat Folgen: Arbeitsverdichtung und Aufsplitterung der schulischen Aufgaben, Abbau von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Lohnsenkung und ein schlechtes des Betriebsklima.
Die Privatisierung hat mit der Post und Telekommunikation, dem Bus- und Bahnverkehr, der Energie- und Wasserversorgung begonnen und wird jetzt mit der Ökonomisierung von Bildung, Kliniken, Sozialsystemen und Kommunalverwaltungen fortgeführt. Die Bertelsmannstiftung, die über einen Großteil des Vermögens des internationalen Medien- und Dienstleistungskonzerns Bertelsmann verfügt, ist in vielen dieser Bereiche sehr erfolgreich aktiv. Erfolgreich in der Verwandlung öffentlicher Bereiche in ökonomisch ausgerichtete Betriebe und Institutionen. Sozial, modern und fortschrittlich verkleidet, hat sie mit Hilfe ihrer Public-Private-Partnership-Netzwerke, der klaren Strategien, finanziellen Möglichkeiten und Medienpräsenz eine unvergleichbare Machtstellung. Regionale und globale politische Entscheidungsprozesse werden elegant gesteuert: beispielsweise bei der Einführung des Qualitäts-Evaluationstool SEIS, den Studiengebühren, Hartz IV oder der internationalen Militarisierung.

Humankapitalbildung

Welche Folgen ergeben sich für die Bildung?
Bildung für alle, das war früher, in den Aufbruchszeiten der siebziger Jahre und danach. Noch ist die Schule und auch der größere Teil der allgemeinen Bildung im öffentlichen Bildungswesen organisiert und als soziales Recht für alle garantiert. Neu ist, dass Bildung als wirtschaftliche Investition das Humankapital, also den Menschen selbst, optimieren soll. Der Mensch wird nicht gebildet, sondern in seinen Kompetenzen für den Weltmarkt optimiert.
Für die Bildung des Humankapitals steht auch Frau von Ilsemann Leiterin der Schulabteilung beim Senator für Bildung, die sich eine Mitarbeiterin direkt von Bertelsmann in die Schulbehörde geholt hat - Frau Julia Mahlmann.
Eine der Aufgaben von Frau Mahlmann ist, vermittels des Evaluationstools SEIS, vergleichbare, vorgegebene Daten über Schulen zu sammeln. Diese Daten ermöglichen ein Ranking, das auch international angewendet werden kann. Kürzlich wurde die „beste Schule“ Deutschlands festgestellt. („Grundschule Kleine Kielstraße aus der Modellregion Dortmund ist beste Schule in Deutschland“; http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-0A000F0A-1BEF9021/bst/hs.xsl/nachrichten_36024.htm)
SEIS wurde von Bertelsmann entwickelt und Bertelsmann sammelt auch die erhobenen Daten - nicht nur in Bremen. ( Vgl.: Cornelia Stern, Julia Mahlmann, Eric Vaccaro (Hrsg.) , Spieglein, Spieglein. Schulentwicklung durch internationale Qualitätsvergleiche - erste Erfahrungen, Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung, 2004 )

Was tun?

Wir sollten uns die Gestaltung der Bildung nicht von den Bertelsmännern und Frauen aus der Hand nehmen lassen. Jetzt steht an, über die gewerkschaftsinterne Diskussion hinaus einen Austausch mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern zu initiieren, der sich mit der Frage beschäftigt: Welche Bildung wollen wir?
Wir sollten durchsetzen, das jeweilige Schulentwicklungsprogramm nach eigenen Kriterien zu entwerfen, nicht nach vorgegebenen. Schulinterne Daten sollten ebenfalls entlang eigener Kriterien erhoben und schulintern für die selbstverantwortliche Verbesserung des Unterrichts und des Schule verwenden werden. Die Daten von SEIS sind bei Bertelsmann kaum in guten Händen.
Wir sollten für das Recht auf unentgeltliche Bildung kämpfen, für Ausbildungsplätze für alle Jugendlichen, für gleichen Lohn aller Lehrtätigkeiten und für ausreichende personelle und finanzielle Ausstattung der Schulen.

Kontakt:
www.anti-bertelsmann.de oder
www.bertelsmannkritik.de

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