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08+09/06 - Initiative: Armut und Bildung + Lehrerausbildung

Seitenabschnitte:
Initiative BremerhavenerInnen für Kinder und Jugendliche verabschiedet Grundsatzpapier zu „Armut und Bildung“
Neuordnung der LehrerInnenausbildung – erste Erfahrungen
Schon mal vormerken:

Initiative BremerhavenerInnen für Kinder und Jugendliche verabschiedet Grundsatzpapier zu „Armut und Bildung“

Initiative BremerhavenerInnen für Kinder und Jugendliche verabschiedet Grundsatzpapier zu „Armut und Bildung“

Die Initiative BremerhavenerInnen für Kinder und Jugendliche besteht seit 1999 und ist ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen (von ASB bis ZEB), über den wir auch im Rahmen unserer Stadtverbandsinfos wiederholt berichteten. Insbesondere in Erinnerung geblieben sein dürften die Forderungen der „7-Punkte-Programme“ zu den letzten beiden Kommunalwah-len in Bremerhaven.

Während ihres 75. Treffens verabschiedeten die Mitglieder der Initiative ein Grundsatzpapier mit dem Titel „Armut und Bildung“. Die Initiative kehrt damit erneut zu ihrem „Gründungsthema“ zurück, der konstant hohen Armut von jungen Menschen in unserer Stadt. Seit der Anfangszeit wurden Daten und Analysen gesammelt, Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und Mitglieder unserer Vereinigung arbeiteten in verschiedenen Zusammenhängen an dieser Frage.

So hat sich die Initiative entschlossen, im Vorfeld der Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft und der Stadtverordnetenversammlung den Aspekt Armut und Bildung grundsätzlich anzuge-hen.

Wir stellen fest, dass

-unterschiedliche Bereiche der Bildung in ihrer Verknüpfung zueinander betrachtet werden müssen;
-das bisherige, oftmals aus kurzfristigen Maßnahmen bestehende Vorgehen zu wenig Wirksamkeit entfaltet;
-das Menschenbild die entscheidende Komponente pädagogischen Handelns darstellt: Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Entwicklung ihrer Persönlichkeit und damit ein Recht auf Zugang zu umfassender Bildung und Erziehung.

Mit Blick auf dieses eben genannte Verständnis hat die Initiative einen Katalog von Mindestanforderungen formuliert zu den Bereichen

-Vorschule
-Schule und
-außerschulisches Lernen.

Diese Anforderungsliste ist bei der GEW zu erhalten.

Sie folgt der Perspektive, dass kein Kind zurückgelassen werden soll. Mit den Mindeststandards wird das Maß an Kinderrechten definiert, die der Staat zu garantieren hat. Alle drei Bereiche werden als vielfach verknüpfte Dimensionen verstanden, die an einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen mitwirken. Zu diesem integrativen Verständnis gehört auch, dass die Ausbildungen unterschiedlicher Professionen in den päda-gogischen Studiengängen mehr aufeinander bezogen werden müssen. Die Initiative unterstreicht noch einmal, dass es um ein Angebot für Alle geht, um Stigmatisierungen vorzubeugen. Dabei ist die Kontinuität von Angeboten ein außerordentlich wichtiges Kriterium.

Neuordnung der LehrerInnenausbildung – erste Erfahrungen

Neuordnung der LehrerInnenausbildung – erste Erfahrungen

Auf zwei Veranstaltungen vor den Sommerferien hat die GEW auf wesentliche Veränderungen der LehrerInnenausbildung in Universität und Referendariat hingewiesen. Nachdem zunächst Frau von Ilsemann, Senator für Bildung, die Grundzüge der Neuerungen aus der Sicht der Behörde darstellte, folgte separat ein Treffen insbesondere mit Ausbildungskoordinatoren und MentorInnen. Dabei wurden die Regelungen im Detail aufgezeigt und erste Eindrücke aus der Sicht ausbildender Schulen ausgetauscht. Zur Erinnerung drucken wir im Folgenden den Katalog wesentlicher Änderungen ab.

Neue Fassung vom 28.02.2006
Gültig für alle Referendare ab dem 01.11.2005

Alte Fassung

Dauer: 24 Monate

Dauer: 24 Monate

Durchführung: · Ausbildung in der Schule regelt der Schulleiter nach Maßgabe der Ausbildungsverordnung im Einvernehmen mit dem LIS: Einführung in die Arbeit der Schule, Unterstützung bei der Unterrichtstätigkeit, Klassenfahrten· Ausbildungsveranstaltungen haben Vorrang vor Schulveranstaltungen. Ausnahme: Zeugnis- oder Versetzungskonferenzen, bei denen der Referendar für die Beurteilung verantwortlich ist.


Ausbildung in der Schule:· 12 Wochenstunden Unterricht, davon (bis zu) 10 Wochenstunden selbstverantwortlicher Unterricht, kann auch unter zusätzlicher Anleitung eines Fachlehrers oder Fachlehrerin durchgeführt werden, nicht während der ersten und letzten drei Monate· Je Fachleiter 8 – 12 Hospitationen (i.d.P. 8 + 2 Gruppenhospita-tionen)· 10 – 14 Hospitationen von jedem der beiden Mentoren fachbezogen · Teilnahme an einer Klassenfahrt· Die Verteilung des eigenständigen Unterrichts auf die Ausbildungsschule des Stufenschwerpunkts und angrenzende Stufe ist nicht geklärt, i.d.R. werden die bis zu 10 Stunden bedarfsdeckend im Stufenschwerpunkt absolviert, die 2 Stunden Ausbildungsunterricht in der angrenzenden Stufe.

· 12 Wochenstunden, davon (bis zu) 8 Stunden selbstverantwortlich· Je Fachleiter ca. alle drei Wochen (d.h. umgerechnet jede Woche ein Besuch)

Seminar· insgesamt 7 Wochenstunden + erweiterter Wahlpflichtbereich· veranschlagtes Arbeitsvolumen 0,65 : 1 (Beispiel: 10 Referendare = 6,5 Lehrerwochenstunden)

· insgesamt 8 Wochenstunden· veranschlagtes Arbeitsvolumen 1 : 1 (Beispiel: 10 Referendare = 10 Lehrerw.stunden)

Mentoren: Durchführung von Ausbildungsaufgaben an Stelle von Se-minarleitern· Abstimmung der Ausbildung mit den Fachleitern und Ausbil-dungsbeauftragten des LIS· Mentor als pädagogisches Vorbild· Instruktor für Unterricht: Unterstützung bei der Planung, Nachbesprechung, …· Begleiter / Coach: Ausbildungsunterricht begleiten (Hospitationen im BDU, Anwesenheit in Stunden, in denen Referendar in ihrem Unterricht unterrichtet, Hospitieren und Beraten mit Fachleitern), · Pädagogische „Erste Hilfe“: Beraten bei schwierigen Lerngrup-pen, Methodeneinsatz, …), schulorganisatorische Fragen, Hinführung zu Schulentwicklungsfragen, Vertrauenspartner sein· Vermittler· Eigene Qualifizierung: Kennen der Ausbildungsinhalte, erwerben weitergehender Kompetenzen

Mentoren: Unterstützung der Ausbildung zusätzlich zu den Seminarleitern

Ausbildungskoordinatoren· Organisation und Koordination der Ausbildung in Absprache mit allen Beteiligten (Referendare, Mentoren, angrenzende Stufe, LIS)· Orientierung und Einführung in die Arbeit und Funktionsweise der Schule· regelmäßige Gesprächs- und Arbeitsforen für die Beteiligten(1 Stunde Entlastung unter Ressourcenvorbehalt)



Verabredet wurde mit den AusbildungskoordinatorInnen und MentorInnen in der Zeit zwischen Herbst- und Weihnachtsferien eine Bestandsaufnahme vorzunehmen. Diese soll sich stützen auf einen mit den VeranstaltungsteilnehmerInnen abgestimmten Kriterienkatalog, den wir „lose“ unserem Info beilegen.

Wir bitten euch, so ihr in den genannten Funktionen tätig seid, Erfahrungen mit der neuen Leh-rerInnenausbildung zu notieren bzw. die Vorlage gezielt an die entsprechenden Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben.

Zu der angekündigten Veranstaltung, auf der dann auf der Grundlage hoffentlich zahlreicher ausgefüllter Kriterienbogen sicherlich mindestens erste Trends aus Schulen im Hinblick auf die Neuordnung der LehrerInnenausbildung abgeleitet werden können, laden wir rechtzeitig ein.

Schon mal vormerken:

  • Mittwoch, 11. Oktober 2006
    Neueinsteigerseminar
    Ort: LFI, Raum 206, Deichstr.
    Zeit: 10.00 – 16.00 Uhr

    Freitag, 03. November 2006
    GEW-Party 2006
    Ort und Zeit werden noch gesondert bekannt gegeben

    Dienstag, 07. und Mittwoch, 08. November 2006
    Bremischer Gewerkschaftstag
    Ort: in den Räumen des DGB Bremen, Bahnhofsplatz
    Zeit: am 07.11. von 15.00 – 18.00 Uhr
    Am 08.11. von 09.00 – 16.00 Uhr

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