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07/04 - Lehrerausbildung neu

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Lehrerausbildung wird neu geordnet
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Lehrerausbildung wird neu geordnet

Vier Fachleute aus der Lehrerbildung stellten im Rahmen eines „Bremerhavener Bildungsgespräches“ vor, wie junge Lehrerinnen und Lehrer zukünftig auf ihre Aufgaben in den Schulen vorbereitet werden sollen. In der gemeinsam vom Lehrerfort­bildungsinstitut (LFI) und der Gewerkschaft GEW durchgeführten Veranstaltung wurde deutlich, dass dieser Umstrukturierungsprozess umfangreich angelegt ist und einige Jahre dauern wird.

Aus der Sicht des Senators für Bildung referierte zunächst Dr. Bents-Rippel einige der in mehreren Gutachten formulierten Kritikpunkte des bisherigen Systems: Ein fehlendes Lehrerleitbild, zersplitterte Lerninhalte an der Univer­sität, eine zu geringe Praxisorientierung und die geringe Verwobenheit von universitärer Ausbildung und Vorbe­reitungsdienst wurden genannt. Daraus habe man in der Behörde insbesondere die Schlüsse gezogen, schon im Studium einen höheren Praxisanteil vorzuschreiben und Ausbildungs­angebote zu wichtigen Kompetenzen (Diagnosefähigkeit, Unterrichten in heterogenen Schülergruppen) vorzu­halten. Darüber hinaus folge das Land Bremen den in der sogenannten „Bologna-Erklärung“ vereinbarten Prinzipien einer neugeordneten Studienreform in den EU- Staaten.

Welche konkreten Auswirkungen diese Überlegungen nach sich ziehen, erläuterten Friedhelm Arning von der Uni Bremen für das neuorganisierte Lehrerstudium sowie Klaus Bleeke, Landesinstitut für Schule (LIS), für das stark veränderte Referendariat. Christian Buchberger, Referent für Personalentwicklung im LIS, stellte die Grundzüge der geplanten Berufsein­gangphase für die neu in den Schuldienst eintretenden Lehrkräfte dar.

Arning hob auf die europäische Dimension der Neuordnung des Studiums ab. Die Lehrerausbildung an der Universität verlaufe ab dem Wintersemester 2005/06 in zwei Stufen. Zu erlangen seien ein Bachelor- Abschluss nach sechs Semestern und ein darauf aufbauender Master- Abschluss nach weiteren zwei bis vier Semestern.


Großen Widerspruch erzeugt im Publikum die Mitteilung, dass traditionelle Lehrämter auch in der Bremer Ausbildung wieder eingeführt werden (z.B. Grundschul- bzw. Gymnasiallehramt). Als völlig unverständlich wurde die kürzere Ausbildungszeit von Grundschul- im Gegensatz zu Gymnasiallehrern gewertet. Gerade PISA habe gezeigt, dass es für die Kinder „auf die ersten Jahre“ ankomme, Schüler in diesem Alter benötigten auf keinen Fall weniger qualifizierte Lehrkräfte.

Deutlich wird damit nochmals das bildungspolitische Grundverständnis der Kultusminister und Bildungs­senatoren: Die „Qualitätsdebatte“ dient als Vorwand alte Strukturen, die ihre Tauglichkeit zur Stabilisierung von Chancenungleichheiten bewiesen haben, zu re-etablieren.

Anschließend wurde durch die Mitarbeiter des LIS der Blick auf die Ausbildung nach der Universität gerichtet. Klaus Bleeke betonte nochmals das Verhältnis von Theorie und Praxis. Er hielt eine Verkürzung des Referendariats auf 18 Monate dann für gerechtfertigt, wenn der Praxisanteil im Studium tatsächlich erhöht und wissenschaftlich begleitet würde. Entscheidend sei hier eine kontinuier­liche Ausbildung auf hohem Niveau, in der die Inhalte die wesentliche Rolle spielten. Derzeit in der Diskussion befindliche neue Modelle für den Vorbereitungsdienst bewertete er durchaus kritisch. So richtig es sei, Schulmentoren für ihre Aufgabe zu qualifizieren, so wichtig sei es gleichzeitig, die Seminararbeit im Referendariat weiterhin mit der praktischen Ausbildung in den Schulen auch personell zu verkoppeln.

Erst im Aufbau befindet sich die Berufs­eingangsphase. Buchberger stellte in diesem Zusammenhang die Notwen­digkeit heraus, Berufsanfängern auch nach Abschluss ihrer Prüfungen gezielte Hilfen zu gewähren. Dazu erprobt das LIS derzeit in einem Pilot­projekt ein umfangreiches Programm. Nach der Auswertung solle dann diese berufsbegleitende Fortbildung über die ersten drei Berufsjahre laufen.

In der anschließenden Diskussion wurden Konsequenzen für die Arbeit in den Schulen zumindest angerissen: Diese bezogen sich u.a.


  • auf die weiter gefasste Auf­gabenstellung von Mentor/innen in der Referendarsausbildung (und die ungeklärten Bedingungen dieser Tätigkeit),
  • auf eine drohende stärkere Entkoppelung von Seminararbeit und Unterrichtstätigkeit für Referendare und Ausbilder,
  • auf verpflichtende Fortbildungs­maßnahmen im Rahmen der „Berufseingangsphase“ vor dem Hintergrund der hohen Belastung gerade von Berufsanfängern.

Alles in allem wurden nach der 2 ½ - stündigen Veranstaltung der bevor­stehende Umbruch in der Lehreraus­bildung mehr als deutlich. In ihrer Zusammenfassung betonten sowohl Frank Behrens (Leiter des LFI) als auch Bernd Winkelmann (Sprecher der GEW) die Zielsetzung einer qualitativ hochwertigen Lehreraus­bildung. Dies sei letztlich der Maß­stab, an dem sich alle Veränderungen messen lassen müssten. Sie erwarte­ten eine umfassende Beteiligung der betroffenen Personengruppen und Einrichtungen sowie die Schaffung von Bedingungen, um eine erfolgver­sprechende Weiterentwicklung angehen zu können.

Vorankündigungen:

1. September 2004:

MITGLIEDERVERSAMMLUNG

Zur bildungspolitischen Situation im neuen Schuljahr:

Unterrichtsversorgung – Umstrukturierung des Schulsystems – Privatisierung.


Party



mit Band Kai Siedenburg and friends sowie DJ Kai Künning

ab 19 Uhr in der Takelage (Schaufenster Fischereihafen)


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