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05+06/03 - Gemeinsame Schule + Unterrichtsversorgung

Seitenabschnitte:
„Wir bauen unsere gemeinsame Schule“
Baustein LehrerInnenversorgung
Baustein Integration
Veranstaltungshinweise:

„Wir bauen unsere gemeinsame Schule“

Gemeinsame Aktion von SSR, ZEB, GEW und DGB:
„Wir bauen unsere gemeinsame Schule“

Am Samstag, den 28. Juni wird auf der „Bürger“ vor Karstadt
zwischen 11 und 13 Uhr
wird endlich die Schule der Zukunft für Bremerhaven gebaut:

Auf dem Fundament eines integrierten Schulsystems sollen Kinder und Jugendliche in
kleinen Klassen und sinnvoll modernisierten Schulgebäuden lernen.

Stein auf Stein erstellen die beteiligten Organisationen dann ein Schulhaus, in dem wichtige Merkmale einer fortschrittlichen Pädagogik umgesetzt werden. Dazu gehören:


  • ein möglichst langer Zusammenhalt der Klassengemeinschaft
  • ein angstfreies Lernklima (ohne Notendruck und Selektion)
  • die Umsetzung des Prinzips „fördern und fordern“ für alle Schüler/innen
  • der Verzicht auf ein Pflichtabitur nach 12 Jahren sowie ein Zentralabitur
  • eine engere Kooperation von Eltern, Schüler/innen und Lehrer/innen
  • ein vielfältiges (Lern-)Angebot
  • eine besserer Ausstattung der Schulen mit mehr Lehrkräften
  • die Zusammenarbeit verschiedener „Professionen“ (SozialpädagogInnen, SchulpsychologInnen, ...)
  • die Entwicklung einer „neuen Pädagogik“.

Eine Aktion wird dann öffentlich wirksam, wenn die Öffentlichkeit wirksam in Szene gesetzt wird!

Beteiligt Euch also – wie so oft – massenhaft!

Baustein LehrerInnenversorgung

Beschluss des Schulausschusses zur Krankenvertretung in der Grundschule

Hauptsache warm und trocken


Der Stadtverbandsvorstand hat zum o.g. Beschluss des Ausschusses für Schule und Kultur in einigen Punkten kritisch Stellung bezogen:

  1. Die Pauschalzuweisung zur Krankenvertretung wird auf 3% des Grundbedarfs an Lehrerstunden gekürzt. Kurzfristige, schnelle Eingriffsmöglichkeiten der Schulen, einen akut auftretenden Krankheitsfall einer Lehrkraft vertreten zu lassen - im Sinne eines qualifizierten Unterrichts – werden weiter reduziert. Folge: Klassen werden aufgeteilt, d.h. Lerngruppen „aufgefüllt“.
  2. Betreuungskräfte, die in den ersten drei Tagen einer Erkrankung von Lehrer/innen „einspringen“ sollen, sind – bei allem individuellen Engagement – zuständig für Betreuung, nicht qualifiziert für Unterricht. Dennoch sollen sie eine Klasse „bei der Erledigung von Arbeitsaufträgen beaufsichtigen“.

    Dieses Anliegen ist in mehrfacher Hinsicht ein Skandal:

  1. Eltern wird vorgegaukelt, ihre Kinder würden ohne Einschränkung weiter lernen können;
  2. die Personalkürzungspolitik wird auf dem Rücken vermutlich gutwilliger, vor allem aber kostengünstiger Betreuungskräfte abgeladen, die ohne hinreichende Ausbildung in
  3. diesem Bereich die Erledigung von unterrichtlicher Arbeiten gewährleisten sollen;
  4. die Arbeit der Lehrer/innen wird weiter verdichtet: Sie sind zusätzlich für die Unterrichtsvorbereitung auch der Parallelklasse zuständig;
  5. Absprachen zwischen Lehr- und Betreuungskraft werden zudem erwartet; auch dies stellt einen zusätzlichen Arbeitsaufwand dar.
  6. Die im Schulausschussbeschluss niedergelegten inhaltlichen Vorschläge (sportliche Angebote und Ausflüge) sind nahezu absurd, bedenkt man allein aufsichts-, haftungs- und versicherungstechnische Fragestellungen.

3. Die Einrichtung eines Vertretungspools aus Pensionären und Studenten ist unter Qualitätsgesichtspunkten abzulehnen. Mitarbeiter, die weder die jeweilige Schule noch die entsprechenden Kinder kennen, können keine systematische Arbeit gewährleisten.
Dies hat auch in diesem Zusammenhang nichts mit dem guten Willen der Beteiligten zu tun. Kontinuierliches qualitativ hochwertiges Lernen bedarf allerdings gerade in der Grundschule auch personeller Kontinuität. Die Grundversorgung der Schule ist damit so vorzunehmen, dass Vertretungen weitgehend aus dem eigenen Bestand zu realisieren sind.

Zusammenfassend zeigt sich an diesem Beispiel erneut das bildungspolitische System der Großen Koalition: Die Inhalte spielen keine Rolle. Hauptsache die Schüler/innen sind beschäftigt.

Deutlich wird an dieser Vertretungsregelung aber auch, dass Unterrichtsgarantien und zusätzliche Aufgaben der Schule (wie Verlässlichkeit) einer seriösen Personalversorgung bedürfen.

Die Kürzungswellen der letzten Jahre zeigen mehr und mehr Wirkung.

Neueinstellungen sind unbedingt nötig.

Baustein Integration

Auf einer öffentlichen Veranstaltung am 19.05.03 haben die Teilnehmer/innen und beteiligte Organisationen (Lebenshilfe, Elterninitiative LRS, RS und ADHS, ZEB Bremerhaven und GEW) eine gemeinsame Verlautbarung verabschiedet.

Die Grundaussage dieses Textes lautet:

Alle Kinder und Jugendliche - unabhängig von der Höhe des Förderbedarfs - haben ein Recht auf gemeinsame Beschulung in einer angemessenen Qualität, die ihren besonderen Möglichkeiten gerecht wird . Die Gesellschaft hat die Pflicht, diese Beschulung zu ermöglichen.

Um die durchaus positiv bewerteten kooperativen und integrativen Entwicklungen des Bremerhavener Schulwesens fortzuschreiben, enthält die Erklärung eine Reihe von
Forderungen, die nunmehr notwendige Schritte definieren:


  • Personelle Absicherung von Kooperations- und Integrationsprojekten,
  • Qualifizierung aller Lehrkräfte im Bereich Kooperation und Integration,
  • langfristige Absicherung der räumlichen und sachlichen Voraussetzungen,
  • verbesserte Förderkapazitäten in den Regelschulen,
  • Verankerung der Mitbestimmungsrechte von Eltern und KollegInnen in den veränderten Schulstrukturen,
  • Fortführung der integrativen Förderzentrumsarbeit nach der 4. Klasse,
  • wohnortnahe Beschulung von Kindern mit besonderem Förderbedarf....... .

Zusammenfassend gilt eine der von vielen Vertreter/innen der Eltern- und Lehrerschaft wiederholte Aussage:

„Eine Schule für alle Schüler/innen“ ist machbar – die Erfahrungen zeigen dies!“

Gerade die Aussagen der Parteien zur Fortsetzung und Erweiterung der integrativen und kooperativen Beschulung wird aus unserer Sicht ein wichtiger Prüfstein für die Wahlentscheidung zur Stadtverordnetenversammlung im Herbst sein.



Veranstaltungshinweise:

  • Sa., 28.06.2003:
    11 - 13 Uhr
    „Wir bauen unsere gemeinsame Schule“
    (Bürger vor Karstadt)
  • Mo., 16.06.2003:
    16 Uhr
    Treffen der Fachgruppe Primarstufe
    (Amerikanische Schule)
  • Do., 03.07.2003:
    19.30 Uhr
    Treffen des AK „Junge GEW“
    (Gaststätte „Alt Bremerhaven“)

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