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02/08 Evaluation + Tarifrunde 2008

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Ohne Evaluation: Neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Lehrkräfte vorgelegt
Beginn der Tarifrunde 2008
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Ohne Evaluation: Neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Lehrkräfte vorgelegt

Im Jahre 2005 wurde das Lehrerausbildungsgesetz neu gefasst. Seitdem haben u.a.

-die Schulen eine höhere Ausbildungsleistung zu erbringen und
-die Referendarinnen und Referendare zwei Stunden mehr bedarfsdeckend zu unterrichten.

Auf einer Veranstaltung der GEW in Bremerhaven sagte die senatorische Behörde zu, diese Neuausrichtung zu evaluieren. Dies ist bislang nicht geschehen.

Deshalb bittet die GEW die Schulen, uns ihre Erfahrungen mit der neuen Ausbildung kurz zu berichten. In diesen Tagen schreiben wir dazu Schulleitungen, AusbildungskoordinatorInnen und BetriebsgruppensprecherInnen an mit der Bitte um kurzfristige Rückmeldung bis zum 25. Februar.

Mit dieser Abfrage wollen wir ein Bild der tatsächlichen Ausbildungssituation erhalten. Diese Erfahrun-gen sind eine wichtige Grundlage für die weitere Auseinandersetzung. Diese werden wir führen müssen, denn die Ausbildung der Lehrkräfte steht nach der Neuordnung der Lehrerausbildung in einem krassen Gegensatz zur bildungspolitischen Zielsetzung der Landesregierung, ein längeres gemeinsames Lernen umsetzen zu wollen.

Allerdings gilt: Nur eine echte Evaluation bring Klarheit. Beteiligt euch an unserer Umfrage!

Beginn der Tarifrunde 2008

Für den 19. Februar sind Beschäftigte, die unter den TVöD fallen, ab 6:45 Uhr an den Stadthäusern zu ersten Warnstreiks aufgerufen. Hintergrund ist das skandalöse „Angebot“ der Arbeitgeber auf die Forderung der DGB Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes nach 8 % Gehaltserhöhung, mindestens aber 200 Euro monatlich.

Die Ergebnisse dieser Tarifauseinandersetzung werden spürbare Auswirkungen auf die Tarifverhandlungen für Beschäftigte im TVL (z.B. angestellte Lehrerinnen und Lehrer) und die Übertragung der Resultate auf Beamte haben.

Unterstützt deshalb die Kolleginnen und Kollegen solidarisch vor Ort!

Zum Hintergrund:
Während die Beamten in Bremen und Bremerhaven noch ihre ausstehende Gehaltserhöhung von 2,9% zum 01.01.2008 und eine Einmalzahlung von 860,- Euro einfordern, hat die heiße Phase der Tarifrunde 2008 für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen begonnen. Um ein tragfähiges Ergebnis zu erzielen, haben die DGB-Gewerkschaften ver.di, GEW und GdP mit dem Arbeitgerber zunächst fünf Ver-handlungsrunden vereinbart. Am 10./11. Januar wurde die erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis abgebrochen, da die Arbeitgeber die Forderungen der Gewerkschaften für völlig überzogen hielten und kein Angebot vorlegen konnten. Seit der zweiten Verhandlungsrunde am 24. Januar 2008 liegt nun das Angebot der Arbeitgerber vor. Eine Lohnerhöhung von 5 % verteilt auf zwei Jahre und gekoppelt mit der Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden macht deutlich, wie ernst es mit den Versprechungen der Arbeitgeber bezüglich der Teilhabe der Beschäftigten im öffentlichen Dienst am Aufschwung der Wirtschaft wirklich ist. Am 12. Februar ging auch die 3. Verhandlungsrunde ohne Ergebnis zu Ende.

Bis am 25./26. Februar zum vierten und vorletzten Mal verhandelt wird, wollen die DGB-Gewerkschaften ver.di, GEW und GdP Zeichen in Form von gemeinsamen Warnstreiks setzen. Auch für Bremerhaven sind in dieser und in der nächsten Woche Warnstreiks geplant. Die Tarifgewerkschaften stellen sich schon jetzt auf einen langen und harten Arbeitskampf ein. Angesichts der langen Nullrunden – die letzte Tarifrunde für die Angestellten bei Bund und Kommunen war 2003/2004 - und der Hinhaltetaktik des Magistrat bei der Überleitung der Angestellten in den TVöD und dem damit verbunden Einspareffekt von 900 Euro pro Beschäftigten (beim Magistrat gibt es etwa 2000 Beschäftigte, die erst am 1.10.2007 in den TVöD übergeleitet wurden) stehen die Weichen auf Streik, wenn es bei dem Arbeitgeberangebot bleiben sollte.

Hier nun unsere Forderungen im Einzelnen:
§Eine kräftige Lohnerhöhung um 8 % der Entgelte – mindestens aber 200 Euro,
§eine Laufzeitbindung von 12 Monaten,
§Wiedereinführung der Bewährungs- und Tätigkeitsaufstiege und der Vergütungsgruppenzulage für die Zeit bis zum In-Kraft-Treten eines neuen Eingruppierungsrechtes (Definitionen/Festlegungen der Tätigkeitsmerkmale für die einzelnen der Entgeltgruppen),
§Arbeitszeit auf 38,5 Stunden halten, Arbeitsverdichtungen abbauen,
§Rückführung des Leistungsentgeltes in Lohnerhöhungen und
§Anrechnung von Berufserfahrungszeiten

Demgegenüber steht das Angebot der Arbeitgeber:

§Erhöhung der Leistungsentgelte um mindestens 0,5%
§Erhöhung der Entgelte um 5 % bei genauer Betrachtung sieht die Mogelpackung aber wie folgt aus:
§2,5 % zum 1. Februar 2008,
§1,0 % zum 1. Oktober 2008 und
§0,5 % zum 1. März 2009

Bei einer Laufzeit von 24 Monaten, bedeutet dies gerade mal
§2,5 % mehr im Jahre 2008 und
§0,4 % mehr im Jahre 2009

Diesen minimalen Anstieg sollen die Beschäftigten bei Bund und Kommunen nicht nur selbst finanzieren, sondern dabei sogar noch draufzahlen. Denn die Arbeitgeber wollen die Wochenarbeitszeit
ab 1. Juli 2008 auf 39,5 Stunden und
ab 1. Januar 2009 auf 40 Stunden erhöhen!!!

Auch wenn innerhalb der GEW nur wenige unter dieses Tarifrecht fallen, so hat das Ergebnis doch Signalwirkung auf alle anderen Beschäftigungsverhältnisse des öffentlichen Dienstes. Die nächste Tarifrunde für die TV-L Beschäftigten ist bereits in Sicht, ihr Tarifvertrag endet am 31.12.2008.
(Beate Benson)

Schon ´mal vormerken:

Mittwoch, 27. Februar, ab 15.00 Uhr
„Wahlkampfausklangparty“
Ort: Sitzungssaal im Gewerkschaftshaus, Hinrich-Schmalfeldt-Str. 31 b

Dienstag, 04. März, 19.00 Uhr
„Ausbildung für alle“, Veranstaltung mit Dr. Stephanie Odenwald, Mitglied im Bundesvorstand der GE
Ort: Aula der Goetheschule, Deichstr. 37

Dienstag, 04. März, 20.00 Uhr
„Schleichende Privatisierung an Schulen am Beispiel der Bertels-mann-Stiftung“, Vortrag und Diskussion mit Horst Bethge
Ort: Kulturssaal der Arbeitnehmerkammer, Friedr.-Ebert-Str. 3

Donnerstag, 03. April, 10.00 – 16.00 Uhr
„NeueinsteigerInnenseminar“, 2. Auflage
Ort: Sitzungssaal im Gewerkschaftshaus, Hinrich-Schmalfeldt-Str. 31 b

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