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01/08 Beamtenbesoldung...

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Beamtenbesoldung: 2,9 % - wir lassen nicht locker
LehrerInnenausbildung: Erneute Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung – ohne Evaluation
Was uns beim Vergleich der Ergebnisse von Vergleichsarbeiten auffiel ...
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Beamtenbesoldung: 2,9 % - wir lassen nicht locker

Die neue Tarifrunde für den öffentlichen Dienst ist eingeleitet; für die Beamtinnen und Beamten in Bre-merhaven und Bremen ist die alte aber immer noch nicht abgeschlossen. Den Plan der Landesregie-rung, 1,9 % im Oktober 2008 und 1 % im Oktober 2009 zu gewähren, lehnen die DGB-Gewerkschaften eindeutig ab.

Mit den Lieblingsargumenten von Haushaltsnotlage und Sanierungseffekten wird die zeitliche Ver-schiebung begründet: Der „Einspar“effekt beträgt etwas über 20 Millionen Euro. Bei der Gesamtver-schuldung des Landes kann man bei dieser Argumentation nur mit dem Kopf schütteln. Politisch wird dies jedoch nicht reichen. Nach einer Großdemonstration im November in Bremen, e-mail Protesten an die Abgeordneten und dem Einreichen von über 4.000 Petitionen, führt der DGB mit seinen ÖD-Gewerkschaften derzeit Gespräche mit den Fraktionsspitzen von SPD und Grünen.

Dabei ist ein wichtiger Teilerfolg gelungen: Die Bremische Bürgerschaft hat den oben zitierten Gesetz-entwurf des Senats am 23.01. nicht beschlossen.

Gemeinsames Ziel beider Seiten ist es, die Gespräche vor den Haushaltsberatungen im April zu einem Abschluss zu bringen. Sollte es notwendig sein, werden wir kurzfristig zu weiteren Protesten aufrufen.


LehrerInnenausbildung: Erneute Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung – ohne Evaluation

Der Senator für Bildung hat den Entwurf einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung für das Refe-rendariat vorgelegt. Nach bisherigem Stand soll die Deputation für Bildung am 14. Februar darüber entscheiden. Im Rahmen der Beteiligung der Spitzenverbände und Personalräte haben sowohl letztere als auch der DGB erhebliche Kritik geäußert.

Hintergrund der jetzt vorgelegten Verordnungen ist die Änderung des Lehrerausbildungsgesetzes aus dem Jahre 2006. Kernpunkte waren:

-die Abkehr vom Stufenlehrerprinzip in der Ausbildung. Eingeführt wurden wieder die traditionel-len Lehrämter der 50-er und 60-er Jahre;

-eine höhere Ausbildungsleistung durch die Schulen. Mit der Zielstellung eines größeren Praxisbezuges wurden drei Praktika für Studierende in der Bachelorphase eingeführt, dazu verbindliche Hospitationen und Beratungen von Mentoren für Referendare;

-eine daraus folgende spürbare Arbeitsumverteilung und –verdichtung für alle Beteiligten: Die Referendare müssen seitdem maximal 10 statt 8 Stunden bedarfsdeckend unterrichten, die Mentoren übernehmen mehr Verantwortung für die Ausbildung ohne entsprechende Schulung, im LIS wurden ungefähr 20 Stellen von Seminarleitern gestrichen, dies ist ungefähr 1/3 der Ausbildungskapazität.

In einer Veranstaltung in Bremerhaven sagte die Leiterin der Abteilung Bildung in der senatorischen Behörde, Frau von Ilsemann, zu, diese Veränderungen nach zwei Jahren evaluieren zu wollen. Dies ist nicht geschehen, obwohl sich in der Praxis schwerwiegende Mängel dieses Verfahrens nicht verbergen lassen. So führt der erhöhte bedarfsdeckende Einsatz zu weiteren „Umsetzungen“ innerhalb der Kollegien, die Schulen müssen „ressourcenfrei“ eine Vielzahl von PraktikantInnen aufnehmen und der notwendig gewordene erweiterte Abstimmungsbedarf zwischen Schulen und LIS kann aufgrund der engen Zeitressourcen nicht angemessen umgesetzt werden – trotz aller Bemühungen.

Diese Neuorganisation mag rein rechnerisch am „grünen Tisch“ der Behörde hinkommen, praxistaug-lich, insbesondere i.S. einer Qualitätsverbesserung, ist sie nicht.

Mit der geplanten neuen Vorordnung setzt die Behörde die eingeschlagene Richtung konsequent fort:

-die Ausbildungszeit des Referendariats wird ab Mai 2008 auf 18 Monate verkürzt, dafür steigen die Anforderungen erneut:

-die Referendarinnen und Referendare werden konfrontiert mit neuen und zusätzlichen Prüfungsbestandteilen (z.B. Portfolio über die gesamte Ausbildungszeit, Leitung einer Konferenz in der Schule, Teilnahme am „Schulleben“ auch in der angrenzenden Stufe);

-die Schulleitungen erstellen einen Ausbildungsplan, der bedarfsgemäß jeweils aktualisiert wird – ohne Ressourcen,

-die Ausbildungsleistungen von Schule und LIS gegenüber den Referendarinnen und Referendaren (Hospitationen) werden linear um ein Viertel gekürzt;

-zusätzliche Inhalte (neben der Kompetenz „Unterrichten“) werden in Anlehnung an KMK-Beschlüsse gezielt akzentuiert – in Ausbildung und Prüfung;

-dabei bleibt der Umfang des bedarfsdeckenden Unterrichts mit 10 Stunden unverändert hoch;

-die bisherigen Mitbestimmungsmöglichkeiten bei Themen- und Prüferwahl werden für die Referendare und Referendarinnen eingeschränkt bzw. eingestampft. Ziel ist eine Trennung von Ausbildung und Prüfung. Geprüft werden soll nicht mehr, was gelehrt wurde, sondern das „Out-coming“ (Originalzitat). Das Prüfungsamt wird ermächtigt, Themen aus dem Gesamtfundus festzulegen und Prüfer aus dem Ausbilderpool zuzuordnen, unabhängig von deren Beteiligung an der Ausbildung.

-Der DGB hat im Rahmen des Beteiligungsverfahrens ein Spitzengespräch erwirkt und diese Kritik vorgetragen. Darüber hinaus werden wir jetzt Einfluss nehmen auf die politischen Entscheidungsträger in Deputation und Bürgerschaft.

Was uns beim Vergleich der Ergebnisse von Vergleichsarbeiten auffiel ...

Ein grundsätzliches Problem bei Vergleichen von Gruppendurchschnitten

In der NZ vom 5. Januar werden auf S. 15 Bremer und Bremerhavener Ergebnisse von Ver-gleichsarbeiten im 10. Schuljahr gegenübergestellt.
Die Bremerhavener Schüler und Schülerinnen schneiden dabei im Vergleich mit Bremen an-scheinend erfreulich ab.
Solche Vergleiche von Gruppendurchschnitten haben aber ihre Tücken, wie ich an einem scheinbar abseitigen und unrealistischen Beispiel erläutern möchte:

Bevor die 30-jährige Kollegin ihre Mathematik-AG aufsucht, zu der immer zwei 15-jährige Schüler kommen, unterhält sie sich im Lehrerzimmer mit ihren zwei 60-jährigen Kollegen (an-dere sind nicht im Lehrerzimmer). Das Durchschnittsalter der Personen im Lehrerzimmer beträgt 50, das im Klassenraum mit nur den beiden Schülern darin 15. Nachdem die Kollegin in ihre AG gegangen ist und die beiden Kollegen im Lehrerzimmer allein sind, beträgt das Durch-schnittsalter dort 60, das im Klassenraum 20. Niemand ist älter oder jünger geworden, aber das Durchschnittsalter hat sich trotzdem durch eine andere Einteilung der Gruppen in beiden Gruppen erhöht.

Was hat das nun mit der Vergleichsarbeit zu tun? Möglicherweise nichts, möglicherweise sind aber Bremer Eltern „bildungsbeflissener“ als Bremerhavener Eltern und es gibt einen nennenswerten Anteil von Schülerinnen und Schülern, die in Bremen ins Gymnasium gehen, in Bremerhaven aber die Realschule besucht hätten. Bremen hätte dann womöglich den statistischen Nachteil, dass Kinder, die in der Realschule den Durchschnitt gehoben hätten, ins Gymnasium gegangen sind und dort den Durchschnitt senken.

Leider enthält der Artikel nicht genug Informationen, um diese Möglichkeit auszuschließen.
Aber eines wird deutlich: Je stärker das Schulsystem in einem Bundesland auf Selektion setzt, desto besser schneidet es allein wegen dieses statistischen Tricks ab. Bezogen auf die ganze Schülerschaft führen diese Tricks allerdings zu keinen Verbesserungen. Und so hoffe ich, dass im Land Bremen nicht dieses Tricks wegen die Selektion der Schüler verschärft wird.
(Werner Begoihn)

Schon ´mal vormerken:

Mittwoch, 06. Februar, 16.00 Uhr
BetriebsgruppensprecherInnensitzung mit Multiplikatoren
Ort: Sitzungssaal 4.OG im Gewerkschaftshaus, Hinrich-Schmalfeldt-Str. 31 b

Montag, 11. Februar, 18.00 Uhr
„Eine Schule für alle“, Veranstaltung mit Klaus Bullan (GEW-Vorsitzender, Hamburg)
Ort: Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstr. 34, Bremen

Mittwoch, 13. Februar, 19.00 Uhr
AK Schulleitungen
Ort: Raum 204, 2.OG im Gewerkschaftshaus, Hinrich-Schmalfeldt-Str. 31 b

Donnerstag, 14. Februar, 20.00 Uhr
„Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, Veranstaltung des Vereins Literatur und Politik mit dem Journalisten Bernd Pickert
Ort: Sitzungssaal 4.OG im Gewerkschaftshaus, Hinrich-Schmalfeldt-Str. 31 b

Sonntag, 17. Februar, 10.00 Uhr
Brunch mit Lesung und Kaffeehausmusik
Ort: Parkhauscafé Speckenbüttel

Dienstag, 04. März, 19.00 Uhr
„Ausbildung für alle“, Veranstaltung mit Dr. Stephanie Odenwald, Mitglied im Bundesvorstand der GE
Ort: Aula der Goetheschule, Deichstr. 37

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